Rose (Teil 3)

8 04 2009

Nach der Übertragung der Konturlinien auf die Leinwand, trage ich die Farben auf. Das nette an diesem Motiv ist, dass es bereits einen hohen Farbkontrast (Rot-Grün) enthält. Die Palette bleibt also sehr klein.

Nach dem Grundieren der Leinwand mit verdünnter Gebrannter Umbra über die Vorzeichnung (in Kohle) bereite ich die Palette vor. Für die Blüte verwende ich Abstufungen von Azo Rot Hell, für den Stiel und die Blätter mische ich aus Cölinblau und Azo Zitrongelb ein Grün. Rot und Grün dienen gleichzeitig auch als Mittel, ihre jeweilige Komplementärfarbe zu desaturieren.

Der Rest besteht lediglich aus der Übertragung der Tonwerte in entsprechende Mischungen aus Rot und Grün und dem Auftragen an die richtige Stelle. Den Hintergrund male ich schließlich mit Abstufungen von Gebrannter Umbra aus und korrigiere dabei die Konturlinien der Rose.

Rose (Öl)





Rose (Teil 2)

8 04 2009

Die digitale Malerei gibt einem zwar viel Freiheit, doch hinterlässt eben nur ein digitales Bild; schön, um es im Web vorzuzeigen, und vielleicht auch schön als Druck, doch für mich noch immer unbefriedigend. In der digitalen Welt lassen sich mit dieser Freiheit viele Probleme erforschen und lösen, was die Arbeit in traditionellen Medien erleichtern kann.

So diente mir die Rose nach wenigen Vorbereitungsschritten als gutes Übungsbild. Mit Posterize und Umwandlung in schwarzweiß werden die Tonwerte in wenigen Stufen differenziert. Ein Gitter, das sich über das gesamte Bild legt, hilft bei der anschließenden Übertragung auf die Leinwand.

Vorbereitungsschritt





Rose

21 03 2009

Der Vorteil an Grafikprogrammen ist, dass sie einem sehr viel Freiheit beim Experimentieren geben. Materialistisch eingestellte Menschen (wie ich) können sich freuen, dass ein misslungenes Experiment keine realen Kosten aufwirft – Farben, Pinsel und Leinwand sind nur digital und nach einer Sekunde erneuert.

Pinsel lassen sich nach Wunsch modifizieren, und das Mischen der Farben ist auch kein Hexenwerk. Mit nur wenigen Farben (Terra Rosa, Saftgrün, Ockergelb und etwas Elfenbeinschwarz) malte ich in Photoshop heute eine Rose nach, leider ohne auf die Zeit zu achten, die ich dafür brauchte.

Rose





Zweiter Schritt in Aquarell

21 03 2009

Nachdem die ersten Pinselstriche einigermaßen sitzen, wird es Zeit für geringfügig komplexere Motive. Da gerade Anfänger anfällig sind für die Wirren der Farben, sind monochrome Skizzen eine gute Übung, um das Übersetzen des Motivs auf Papier zu lernen. In diesen vier Skizzen verwendete ich ein Blau, aber jede dunkle Farbe eignet sich für solche Studien.

Monochrome Skizzen





Erste Schritte in Aquarell

16 03 2009

Mit Aquarellfarben hatte ich bisher so meine Probleme. Sie erinnerten mich an die berüchtigten, billigen Wasserfarbkästen meiner Schulzeit. Damals stand für mich fest: Ich werde sicher kein Maler. Denn die Ergebnisse sahen furchtbar aus.

Nach meinen ersten Ergebnissen in Öl und digital machte ich mich nach vielen Jahren wieder an Wasserfarben. Ermutigt durch Einführungen auf dieser und dieser Site, begann ich diese super-einfachen Skizzen auf schwerem Aquarellpapier.

Skizzen in Aquarell





Selbstportrait

15 03 2009

Mit dem ersten selbsterstellten digitalen Pinsel und schlicht in schwarz weiß erstelltes Selbstportrait. Als Referenz diente die im MacBook Pro eingebaute iSight Kamera. Ein wenig gemogelt, die Linien grob nachgezeichnet und schließlich mit dem Farbpinsel die Flächen aufgebaut.

selfportrait





Tools of the Trade II

8 03 2009

Wer glaubt, in der digitalen Welt seine traditionellen Malerfahrungen einfach einsetzen zu können, wird schwer enttäuscht sein. Digitale Malerei unterscheidet sich grundsätzlich von der traditionellen. Auch mit Programmen, die versuchen, die „alte“ Welt zu simulieren, erhält man nur dieses: eine Simulation.

Schlau ist, wer sich deshalb ganz offen und experimentierfreudig auf die „neue“ Welt einlässt. Mit Grafiktablett und Grafikprogramm gewappnet, wollen die ersten Ergebnisse herausgekitzelt werden. Eine Tutorial-Serie in (bisher) elf Schritten findet man beim User cannedmushrooms auf veoh.com. Die von ihm gezeigten Werkzeugspitzen lassen sich recht einfach selbst nachbauen. Und das erste Bild ist so ebenfalls schnell gemalt.

bugthing





Digitales Farbmischen II

1 03 2009

Eines der spannenden Aspekte der Malerei ist das Mischen der Farben. Oft sieht man Maler, die ihre Palette mit je zwei Nuancen der Primärfarben Rot, Gelb und Blau bestücken. Daraus (und mit Weiß) mischen sie die Farben, die sie für ihr Bild benötigen.

Als Anfänger tut man sich oft schwer, deshalb wird einem gerne geraten, sich ein Farbrad (oder -kreis) zu erstellen. Doch nicht nur in der traditionellen Malerei ist hilfreich, auch beim digitalen Malen hilft es, wenn man die Farben nicht per Farbwähler aussucht, sondern sie durch Überlagerung halbtransparenter Farbstriche zu mischen sucht.

Man beginnt mit einer Vorzeichnung der 15 Farbfelder in Kreisabschnitten. Analog der traditionellen Methode mal man mit 100% Opazität die entsprechenden Felder der vorgegebenen Farben aus. Diese Farben variieren je nach Geschmack und Anwendungsbereich. Ein Beispiel wäre (im RGB-Raum):

  • Kadmiumzitron (249/244/6)
  • Kadmiumgelb (241/167/16)
  • Kadmiumrot (225/36/66)
  • Krapprot (166/36/46)
  • Ultramarinblau (37/101/175)
  • Cölinblau (89/179/208)

Mit Titanweiß (255/255/255) und Lampenschwarz (7/7/7) werden hellere und dunklere Töne gemischt. Den innersten Bereich bildet die Mischung mit der Komplementärfarbe. Zwischen den vorgebenenen Farben wird durch halbtransparente Überlagungung in verschiedenen Verhältnissen drei Mischtöne erzeugt.

digitalcolorwheel





Farbwirkung

24 02 2009

Farbe ist nicht gleich Farbe. Sie steht auch immer in Relation zu ihrer Umgebung. Das kann dem Maler unter Umständen in die Farbsuppe spucken. Weiß er um dieses Phänomen, kann er es aber auch bewusst ausnutzen.

Auf weißem Grund wirkt eine Farbe dunkler als auf schwarzem. Und grenzt sie an ihre Komplementärfarbe, dann wirkt sie gleich um ein vielfaches mehr in ihren Eigenschaften. Farben, die im Farbrad nah beieinander liegen, gehen eine enge Beziehung zueinander ein – liegen sie gegenüber, grenzen sie sich stark voneinander ab.

complementarycolors





Schattenseiten

20 02 2009

„You see, my medium is light.“ Das sagte schon Hugh Laurie als Lieutenant George Colhurst in Black Adder Goes Forth. Auch Fotografen wissen: Wo kein Licht ist, da gibt’s nichts zu fotografieren. Nicht einmal mit Langzeitbelichtung (deshalb heißt es auch „Belichtung“, und nicht „Bedunklung“). (1)

Aber auch mit Licht allein ist es noch nicht getan. Licht macht die Dinge sichtbar, gibt ihnen aber keine Form. So wird aus der schönsten Kugel eine Kreisfläche. (2) Erst wenn Schatten hinzu kommt, wird die Form erkennbar. Doch Schatten auf einer Kugel ist nicht einfach eine schwarze Fläche; zwischen hell und dunkel gibt es feine Nuancen, die sich entlang der Oberfläche verteilen. Man spricht von Licht, Schatten und den Halbtönen dazwischen. (3)

Kugeln schweben höchst selten im Raum. Doch sobald man sie mit anderen Dingen in Berührung bringt, wird das Lichterspiel komplexer. Worauf die Kugel sitzt, kann schon kein Licht fallen, es sei denn, die Kugel wäre transparent. Eine weitere Schattenart entsteht, der Schlagschatten. Seine Ausprägung kommt sehr auf das Licht an; am deutlichsten sieht man ihn im harten Scheinwerferlicht. (4)

Die Kugel wirkt sich im Licht auf ihren Unterboden aus – und umgekehrt? Licht, das auf den Boden fällt, wird meist nicht absorbiert, sondern reflektiert. Zum Beispiel zurück auf die Kugel. Das hellt den dunkelsten Formschatten auf. (5) Der letzte Art der Schattierung entsteht dort, wo das Licht am stärksten auf die Kugel trifft. Wir nennen es Glanzlicht. (6)

shadowtypes